Amanullah Faizi

Amanullah Faizi arbeitet im Reinraum eines Medizingeräteherstellers. Aufmerksam überwacht er einen Produktionsschritt bei der Herstellung von Stents, den lebensrettenden Herzimplantaten bei verstopften Blutgefäßen. Der 22-Jährige ist seit zwölf Monaten für das Unternehmen tätig, angestellt ist er bei SYNERGIE in der Arbeitnehmerüberlassung. Nach der Ausbildung ist das sein erster fester Job, er ist happy: „Die Arbeit gefällt mir sehr gut“, freut er sich, „ich habe einen klar definierten Aufgabenbereich und arbeite eigenverantwortlich.“

Amanullah Faizi stammt aus Afghanistan. Er gehört zu den 14.400 minderjährigen Flüchtlingen, die im Herbst 2015 ohne familiäre Begleitung nach Deutschland kamen. Seine Eltern hatten ihn auf dem Landweg nach Deutschland geschickt und dafür sehr viel Geld gezahlt. Eine Schule besuchte er bis dahin sporadisch, durch die Kriegsgeschehen und die Unruhen in seinem Heimatland war dies nur unregelmäßig möglich. Um den düsteren Zukunftsaussichten zu entkommen, machte er sich auf den langen Weg, der ihn als 15-jähriger Jugendlicher über Iran, Türkei, Griechenland nach Deutschland führt.

Ausbildung als Chance: Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Amanullah Faizi hatte Glück: Nicht nur, dass er trotz zahlreicher heikler Situationen die weite Reise unbeschadet überstand. Nach Stationen in Rosenheim und Gießen kam er in der Nähe von Karlsruhe in eine Pflegefamilie, bei der er fast vier Jahre zusammen mit einem weiteren afghanischen Jungen lebte. „Das war sehr schön für mich, sie sind zu einer zweiten Familie für mich geworden.“

Das familiäre Umfeld wurde für den jungen Afghanen zur wichtigen Stütze bei der Integration in den deutschen Alltag, denn Amanullah Faizi hatte Heimweh. Erst als er die deutsche Sprache besser verstand, wurde es leichter für ihn. „Die deutschen Wortlaute sind sehr kompliziert für Menschen aus Afghanistan. Der Anfang war sehr mühsam für mich, doch der Schlüssel zur Integration ist nun mal die Sprache“, erinnert er sich an die erste Zeit in Deutschland.

WirsindChancengeberDie Serie „Wir sind Chancengeber“ zeigt ganz persönliche Geschichten von Menschen in der modernen Arbeitswelt. Durch ihre berufliche Tätigkeit bei Personaldienstleistungsunternehmen erleben sie soziale Teilhabe, Integration, Wertschätzung und berufliche Perspektive.

Die persönliche Bilanz von Amanullah Faizi bestätigt die Statistik. Der Besuch von Sprach- und Integrationskursen ist eine wichtige Voraussetzung für soziale Teilhabe. Haben geflüchtete Menschen diese Hürde geschafft, geht die Hälfte von ihnen laut Informationen des iAB (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung) spätestens nach fünf Jahren einer regelmäßigen Arbeit nach.

Ausbildung kontra Helferjob

Die deutsche Wirtschaft und das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) setzen sich gezielt dafür ein, dass junge Geflüchtete einen Beruf erlernen. Doch das kostet mitunter einige Überzeugungsarbeit, denn viele von ihnen versuchen, möglichst schnell in Helfertätigkeiten Geld zu verdienen, um die zurückgebliebene Familie finanziell zu unterstützen. Doch eine Ausbildung verbessert nicht nur die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, sondern erhöht auch ihre rechtlichen Chancen, sich in Deutschland längerfristig eine Existenz aufzubauen.

Auch Amanullah Faizi beschäftigte sich mit dieser Frage. Sein Wunsch war groß, die Familie finanziell zu unterstützen. Doch seine Pflegeeltern konnten ihn von den Vorteilen überzeugen: 2017 begann er eine Ausbildung als Hauswirtschafter im Bildungszentrum Hohenwart Forum, die er nach vier Jahren erfolgreich abschloss.

Problemlos am Arbeitsmarkt ankommen

Nach Ausbildungsende machte sich Amanullah Faizi auf die Suche nach einer Festanstellung. Durch eine Annonce wurde er auf SYNERGIE aufmerksam. Seine erste Bewerbung führte gleich zum Erfolg und schon nach wenigen Wochen hatte er eine Festanstellung. „Ich bin sehr froh, bei SYNERGIE zu sein, nicht nur meine Tätigkeit gefällt mir. Meine Ansprechpartner helfen mir sehr und haben mir den Einstieg in den Berufsalltag erleichtert.“

Amanullah Faizi lebt nun in einer WG in Pforzheim. Inzwischen ist auch sein Bruder mit Familie in der Stadt. Der Bruder arbeitete in Afghanistan als Ortskraft für die EU. Als die Taliban die Macht übernahmen, wurde er zusammen mit seiner Ehefrau und den vier Kindern von der Bundesregierung evakuiert. Amanullah Faizi: „Ich habe nun auch Familie aus meiner Heimat hier. Ich bin angekommen, beruflich und privat.“

Über SYNERGIE Personal

1977 in Karlsruhe gegründet, gehört der Personaldienstleister inzwischen zur internationalen SYNERGIE-Gruppe mit über 750 Niederlassungen und ist damit fünftgrößter Personaldienstleister in Europa.