Warum der Arbeitsmarkt der Zukunft mehr Personaldienstleistung braucht

Entwicklung der Berufsgruppen bis 2028

BeschäftigungsentwickluArbeitsmarkt der Zukunft bis 2028: Die Berufe mit dem stärksten Zu- und Rückgang

Wer über den Arbeitsmarkt der Zukunft spricht, denkt häufig an Stellenabbau, Deindustrialisierung und trotzdem von Fachkräftemangel. Die aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild: Arbeit verschwindet nicht – sie verlagert sich.

Bis 2035 dürfte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland mit einer Seitwärtsbewegung von 35 Millionen auf etwa 35,2 Millionen annähernd gleich bleiben. Hinter dieser auf den ersten Blick stabilen Entwicklung verbirgt sich jedoch ein tiefgreifender Strukturwandel. Beschäftigung verschiebt sich zwischen Branchen, Regionen und Qualifikationsprofilen.

Welche Branchen künftig wachsen, welche schrumpfen

Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in der Industrie. Die IW-Analyse erwartet für die Metall- und Elektroindustrie einen Rückgang um rund 200.000 Beschäftigte. Für die Industrie insgesamt könnte die Zahl der Beschäftigten um knapp 190.000 Stellen beziehungsweise 2,8 Prozent sinken. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze vor allem in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, in der IT sowie im Gesundheits- und Pflegebereich. Allein bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen soll die Beschäftigung nach der IW-Fortschreibung auf mehr als vier Millionen Beschäftigte steigen.

Treiber dieser Entwicklung sind nicht allein Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Hinzu kommt der demografische Wandel: Die geburtenstarken Jahrgänge verlassen den Arbeitsmarkt, während gleichzeitig weniger junge Menschen nachrücken. Das IW geht deshalb davon aus, dass die Fachkräftelücke bis 2028 wieder auf rund 768.000 Stellen anwachsen könnte.

Für die Personaldienstleistungsbranche liegt darin eine besondere Herausforderung und eine Chance zugleich. Denn die Frage lautet künftig nicht nur, wo Arbeitskräfte fehlen, sondern auch wie Beschäftigte den Übergang in neue Tätigkeiten schaffen. Wer heute in einer schrumpfenden Branche arbeitet, verfügt häufig über Kompetenzen, die in anderen Bereichen dringend benötigt werden – allerdings nicht ohne Vermittlung, Qualifizierung und Begleitung.

Genau an dieser Schnittstelle arbeitet die qualitätsorientierte Personaldienstleistung seit vielen Jahren. Sie bringt Unternehmen und Beschäftigte zusammen, schafft Zugänge zum Arbeitsmarkt und hilft, strukturelle Veränderungen abzufedern. Gerade in Zeiten, in denen sich Berufe, Regionen und Qualifikationsanforderungen schneller verändern als je zuvor, wird diese Vermittlungsfunktion weiter an Bedeutung gewinnen.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur darin, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Sie besteht darin, Menschen schneller und gezielter in die Berufe und Branchen zu bringen, in denen sie gebraucht werden. Genau darin liegt eine der zentralen Aufgaben moderner Dienstleistung.

Bildmaterial: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), IW-Report 34/2025