Grenzgänger im Alter: Chancen im Nachbarland

SYNERGIE Unternehmerbündnis Zeitarbeit

Als Grenzgängerin fährt Nathalie Groh jeden Tag zur Arbeitsstelle nach Deutschland

Nathalie Groh lebt im Elsass, täglich überquert sie die deutsch-französische Grenze bei Neuenburg am Rhein, um in der Produktion von AUMA Riester GmbH zu arbeiten. Die Autofahrt nach Müllheim dauert 20 Minuten. Seit Mai vergangenen Jahres ist die 52-Jährige als Zeitarbeitnehmerin von SYNERGIE Personal Deutschland für den Hersteller elektronischer Bauteile im Einsatz. Sie ist eine von 25.000 Grenzgängern, die täglich in den deutschen Teil der Oberrhein-Region pendeln.

Das grenznahe Elsass ist eher strukturschwach. Ganz anders schaut es auf der anderen Seite des Rheins mit seiner florierenden Wirtschaftskraft aus. Rund zehn Prozent trägt diese Region zum Bundesinlandsprodukt (BIP) des Bundeslandes Baden-Württemberg bei. Die Kaufkraft liegt seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt. Die ansässigen Industriebetriebe suchen händeringend nach Arbeits- und Fachkräften – und werben auch im benachbarten Frankreich um Personal.

Raus aus der Sackgasse: Arbeitnehmer jenseits der 50

Bevor Nathalie Groh eine Anstellung bei SYNERGIE fand, war sie zwei Jahre lang ohne Arbeit. Vom Pharmakonzern, für den sie 19 Jahre fest angestellt tätig war, wurde sie entlassen. „Das hat mich sehr getroffen“, erinnert sich die Französin, „mir ging es eine lange Zeit nicht gut, erst die Kündigung, dann konnte ich keine Arbeit finden, ab 50 wird es sehr schwer.“ Das ist ein landesweites Problem, für ältere Menschen ist es in Frankreich mitunter schwierig, eine neue Arbeitsstelle zu finden: Landesweit hat lediglich die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen eine feste Anstellung. Auch Nathalie Groh hat sich mehr als zwei Jahre vergeblich beworben.

WirsindChancengeberDie Serie „Wir sind Chancengeber“ zeigt ganz persönliche Geschichten von Menschen in der modernen Arbeitswelt. Durch ihre berufliche Tätigkeit in der Zeitarbeit erleben sie soziale Teilhabe, Integration, Wertschätzung und berufliche Perspektive.

Dank der Koordinierungsstelle „L´Allemangne recrute“ des französischen Arbeitsamtes kommt sie in Kontakt mit Laurence Conejero von SYNERGIE. „Für uns gehören Arbeitskräfte aus Frankreich zum Alltag“, erklärt die Niederlassungsleiterin „ein Drittel der Belegschaft am Standort Neuenburg stammt aus Frankreich.“ 50+ ist in der deutschen Wirtschaft kein Makel. „Deutschland ist sehr offen, was die Beschäftigung von älteren Menschen betrifft. Die älteste Person, die wir eingestellt haben, war 68 Jahre alt“, erinnert sich Laurence Conejero.

Finanziell lohnt sich die Entscheidung, als Grenzgänger zwischen Frankreich und Deutschland zu pendeln, allemal: In Deutschland wird Mindestlohn oder mehr gezahlt. „Das ist in Frankreich nicht selbstverständlich“, betont Nathalie Groh. Ihr Resümee: „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Es ist nicht nur der finanzielle Aspekt. Ich fühle mich rundum wohl, ich habe Freude bei der Arbeit und meine Ansprechpartner nehmen mich ernst.“

Arbeitswelt ohne Grenzen: Sprachbarrieren überwinden

Nathalie Groh beherrscht die deutsche Sprache fließend, sie kann den Arbeitsanweisungen des Einsatzunternehmens sowie der deutsch-französischen Behördenkommunikation problemlos folgen. Dies ist jedoch nicht selbstverständlich, da viele jüngere Franzosen nur begrenzte Deutschkenntnisse haben.

Dennoch sind auch sie als Bewerberinnen und Bewerber gefragt. Bis vor ein paar Jahren war dies unmöglich. Doch aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Arbeits- und Fachkräften haben die Arbeitgeber ihre Erwartungen an die neue Realität angepasst. Laurence Conejero: „Multinationale Teams waren im Mittelstand früher undenkbar, das wandelt sich mehr und mehr.“

Über SYNERGIE Personal

1977 in Karlsruhe gegründet, gehört der Personaldienstleister inzwischen zur internationalen SYNERGIE-Gruppe mit über 750 Niederlassungen und ist damit fünftgrößter Personaldienstleister in Europa.